Gemeinschaftsgründer und Visionär

Schon als Student war Sepp Schleicher überzeugt von der Bedeutung eines Lebens in Gemeinschaft. Gemeinsam mit drei weiteren Kommilitonen schrieb er seine Diplomarbeit über dieses Thema. Als er mit seiner psychotherapeutischen Arbeit begann, war seine Arbeit geprägt von dieser Einstellung.

In seinen Gruppen und Seminaren lernten sich Menschen kennen, die auf der Suche nach einem erfüllteren Leben waren. Neben der Psychotherapie legte er besonderen Wert auf den gruppentherapeutischen Prozess in seinen Seminaren und Wochengruppen.

Der Gemeinschaftsgedanke, die gegenseitige Hilfe in allen Lebenslagen und die Freundschaftspflege waren wesentliche Schwerpunkte seiner Arbeit.

Er war überzeugt, dass die Seele nur dann heilen kann, wenn der Mensch wieder aus der Vereinzelung herausgeholt wird und Werte von Miteinander, Mitgefühl und gegenseitiger Hilfe zu schätzen lernt.

Auf diesem Hintergrund erwuchsen stabile Freundeskreise, die sich gegenseitig halfen und unterstützten, füreinander einstanden, wenn der Einzelne in Schwierigkeiten war, gemeinsame Unternehmungen starteten, sich austauschten und miteinander feierten.

Ein weiterer wesentlicher Aspekt der therapeutischen Arbeit von Sepp Schleicher ist die Verbindung zur Natur.

Er lebt selbst seit mehr als 40 Jahren mit seinen Tieren auf einem Einödhof und wusste daher aus eigener Erfahrung, wie wesentlich und heilsam das regelmäßige Sein in der Natur ist.

Der moderne Mensch des 21. Jahrhunderts leidet sehr darunter, keinen Kontakt mehr zur Erde und den Tieren zu haben. Es fehlt ihm,  keine Verpflichtung anderen Mitgeschöpfen gegenüber eingehen zu müssen.

Neben seinem unermüdlichen Bestreben, seine Klienten zu menschenwürdigeren Lebensformen auf dem Land und in Wohngemeinschaften zu unterstützen, integrierte er nach einigen Jahren seine Erfahrungen mit den Islandpferden in seine therapeutische Arbeit.

Er begann jährliche Sommerseminare anzubieten, in denen neben der psychotherapeutischen Arbeit das Pferd als Heiler mit einbezogen wurde.

Sepps Hof in Deining

 

Der Kontakt zu den Pferden und das Miteinander-Sein in der Natur veränderte erneut das Lebensumfeld vieler Gruppenmitglieder.

Es entstanden Weidegemeinschaften unter denen, die sich eigene Pferde angeschafft hatten. Gemeinsame Ausritte und Zusammenkünfte auf den Weiden, Grillfeste, Sitzen am Lagerfeuer, Übernachten in der Natur bei den eigenen Pferden gehörten jetzt zu einer neuen Lebensqualität.

Vor allem die Verantwortung für ein eigenes Pferd brachte eine immense Tiefe in das Leben der neuen Pferdebesitzer.

Je befriedigender das Lebensumfeld wurde, umso drängender stellte sich die Frage nach einem beruflichen Umfeld, in dem man sich ausdrücken und verwirklichen konnte.

Viele wagten nun den Sprung in neue, lebensnähere und menschlichere Arbeitsplätze oder in die Selbständigkeit.

 

Immer deutlicher konnte man sehen, dass die Seele nicht an irgendwelchen psychischen Krankheiten leidet, sondern die Menschen immer glücklicher und zufriedener wurden, je mehr sich ihr Lebensumfeld und ihre Lebens- und Arbeitsqualität verbesserten.

Besonders während der Sommerseminare wurde die heilende Wirkung des Lebens in der Gemeinschaft deutlich.

Ähnlich wie Naturvölker viele psychische Erkrankungen gar nicht kennen, weil sie sich eingebunden in ihre Lebensgemeinschaft fühlen, stellten die Teilnehmer oft fest, dass viele Ängste und Probleme sich von alleine lösten durch dieses Miteinander Sein.

Die Rückkehr in die Vereinzelung wurde immer unerträglicher und lebensfeindlicher erlebt. Und der Wunsch nach einer gemeinschaftlichen Lebensform nahm mehr und mehr Gestalt an.

Seit 2001 nun gibt es die Lebensgemeinschaft am Samainhof, mit dem sich die jahrelange Vision von Sepp Schleicher verwirklicht hat.